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Kameradschaft Mariapfarr - Vereinsgeschichte

120 Jahre Kameradschaftsbund MARIAPFARR
1870 bis 1990

1870

Gründung des Ersten Lungauer Militärveteranenvereines mit Sitz in TAMSWEG. Zu seinem Einzugsgebiet gehörten die meisten Gemeinden des Lungaues mit Ausnahme von ST. MICHAEL, ZEDERHAUS und MUHR. Mitglied konnte nur werden, wer kaiserlich-königlichen Militärdienst geleistet hatte.

Das Protektorat über diesen Verein hatte Seine Durchlaucht Erzherzog Ludwig Viktor, ein Bruder des Kaisers Franz Joseph. Er hatte seinen Wohnsitz in Schloß Kleßheim bei SALZBURG.

Zweck des Vereines: Pflege der Kameradschaft, Unterstützung von in Not geratenen Mitgliedern und deren Hinterbliebenen (Arzt-, Medikamenten- und Kurkostenersatz oder Beihilfen, Gewährung von Darlehen), Letztes Geleit für verstorbene Kameraden mit militärischen Ehren.

1895 25jähriges Bestandjubiläum des Vereines und Weihe einer neuen Vereinsfahne.
1899 Die Bitte der Filiale Mariapfarr, eine eigene Vereinsfahne aus Vereinsmitteln anzuschaffen, wurde abgelehnt. Die Filialen Mariapfarr und Mauterndorf könnten bei besonderen Anlässen und schönem Wetter jederzeit die Vereinsfahne ausleihen.
 1901  Die alte Vereinsfahne wird den beiden Filialen Mariapfarr und Mauterndorf zur Verfügung gestellt.
1905 Anschaffung und Weihe einer eigenen Vereinsfahne für Mariapfarr.
Pfarrer Josef Lackner aus Mariapfarr und Alois Lankmayer, Zechner in Görlach, werden Ehrenmitglieder des Vereines.
1906 Vereinsvorstand: 7 Mitglieder aus Tamsweg, 3 Mitglieder aus Mariapfarr (Matthias Lankmayer, Thomalwirt, Anton Lerchner, Moar in Gutrat, Matthias Schreilechner, Hiasn in Fern), 3 Mitglieder aus Mauterndorf.
1907 Erzherzog Ludwig Viktor legt die Funktion eines Protektors zurück, der Verein trat dem Salzburger Veteranenbund bei.
1911 Der Gesamtverein zählt 469 Mitglieder.
1912 Matthias Schreilechner aus Mariapfarr wird zum Ehrenmitglied ernannt.
1914 Die Filialen Mariapfarr und Mauterndorf wählen eigene Vereinsausschüsse, halten eigene Jahreshauptversammlungen ab und kommen von nun an selbst für die Ausgaben auf. Somit wurde die endgültige Trennung vom Hauptverein vollzogen.
1920 wurden die beiden ehemaligen Filialen des Hauptvereines mit je 5.000 Kronen vermögensmäßig einvernehmlich abgefunden. (Quelle: Oberschulrat Hans Guggenberger, "Geschichte des Kameradschaftsbundes Tamsweg")
1922 Vom 1. Oktober 1921 scheinen im Kassabuch Gründungsbeiträge zur Neugründung des Kriegervereines Mariapfarr auf, der Verein wurde also umbenannt.
1924 Zum Gedenken an die 100 gefallenen Kameraden der Pfarrgemeinde wurde am 7. September 1924 das Kriegerdenkmal eingeweiht. Es war von Herrn Pfarrer Mühlbachen entworfen und modelliert worden, worauf es in der Marmorindustrie Kiefersfelden (Bayern) vom akademischen Bildhauer Johann Wühr aus Untersberger Marmor herausgehauen wurde.
1931 9. August: Weihe eines Kriegerdenkmalen in Göriach.
1935 Anläßlich einer Ausschußsitzung am 1. September wurde bereits die Wiedererrichtung von Schützen ins Auge gefasst. Obmann war damals Josef Seitlinger, Dengg in Weißpriach.
Bei der Generalversammlung am 29. September wurde u. a. die Abhaltung eines Kriegerballes für 1. Oktober festgesetzt. Beginn um 10:00 Uhr mit Kirchgang und Gebet beim Kriegerdenkmal, hernach Eröffnung des Balles. Eintritt 50 Groschen für Mitglieder, 1 Schilling für Nichtmitglieder.
In dieser Versammlung wurde auch Beschwerde über die Verwendung der "Kriegerglocke als Sterbeglocke für jedermann" geführt. 1936 wurde dies im Einvernehmen mit Pfarrer Dr. Oberkoller wieder abgeschafft.
1938

Am 13. März 1938 erfolgte der Anschluß an Deutschland. In der Ausschußsitzung am, 24. April legten neben anderen auch Obmann Alois Seitlinger und Hauptmann Alois Landschützer, Kühbarn in Stranach, ihre Funktionen nieder.

Für 22. Mai wird daraufhin eine außerordentliche Vollversammlung mit Neuwahl angesetzt. Bei dieser wurden die Rücktritte abgelehnt.
Im Juli wurde der Kriegerverein in den NS-Reichskriegerbund eingegliedert und ein neuer Kameradschaftsführer ernannt. Am 31. Juli wurde nach einer Ausschußsitzung mit der alten Vereinsfahne der letzte Gang zum Kriegerdenkmal gemacht, hernach nach Göriach marschiert und die Fahne "im Zehenthofe feierlichst hinterlegt".

1949 Am 26. Mai fand beim Thomalwirt in Mariapfarr eine Versammlung unter dem Vorsitz des "gewesenen Obmannes des Kriegervereines Mariapfarr", Herrn Josef Seitlinger, statt.
Es wurde beschlossen, "sobald als möglich und es gesetzlich tunlich ist, einen Kameradschaftsverein aufzustellen und die Beschaffung von entsprechenden Satzungen zu erreichen".
Weiters wurde die Wahl einer Vereinsleitung durchgeführt, die als Obmann Josef Seitlinger, Dengg in Weißpriach, als seinen Stellvertreter Michael Lüftenegger, Fingerlossohn in Stranach, ergab.
Zum Hauptmann wählte man Hans Seitlinger, Bartei in Tschara, zu seinen Stellvertretern Johann Macheiner, Schneider in Seitling, Jakob Fingerlos, Urstift in Mariapfarr, und Alois Lankmayer, Thomalwirt in Mariapfarr. Dieser wurde zugleich zum Geschäftsführer bestellt.
In einer Ausschusssitzung am 11. September wird mit der Musikkapelle die musikalische Umrahmung der Begräbnisse von Mitgliedern des Kameradschaftsbundes vereinbart. Als Pau-schalvergütung leistet der Verein einen Beitrag von 2 Schilling (S 5,-- Jahresbeitrag) pro Mitglied im nachhinein. Zusätzlich erhält die Kapelle bei den Leichenfeiern 1 Faß Bier "und das übliche Brot hiezu". "Wird oder kann dieses nicht von den Angehörigen aufgebracht werden, so springt auch hier der Verein ein".
Der Ball wurde am 23. Oktober nach dem Kirchgang und dem Gedenken beim Kriegerdenkmal abgehalten ("Erträgnis" S 590,-).
In der Sitzung vom 10. Dezember kam auch das Verhältnis zwischen "Alt und jungen Kriegern zur Erörterung". Es wurde allgemein zum Ausdruck gebracht, daß hier eine "einige" Zusammenarbeit am Platze sei.
1950 In der Ausschusssitzung am 12. März wird die Bepflanzung des Totengaßls beschlossen ("Heldenallee"). Für jeden Gefallenen beider Weltkriege soll ein Birkenbäumchen gepflanzt werden, betreffs der Aufbringung der Bäumchen und der Pflöcke sollte an die Angehörigen herangetreten werden.
Glockenweihe am 14. und 15. Oktober für die Pfarrkirche und die Filialkirchen in Althofen und Weißpriach.
Nach einer Weihestunde für die Vermißten und Gefallenen der Pfarrgemeinde läutete am Abend des 15. Oktober die Kriegerglocke zum ersten Mal. Die anderen Glocken folgten nach 10 Minuten. Die Fenster der Häuser waren mit brennenden Kerzen geschmückt.
1951 In der Ausschußsitzung am 17. Juni beschloß man, an die Firmen Bogensperger, Pichl, und Funke, St. Andrä, heranzutreten, sie mögen für die Fahrten zu Festen ihre Lastautos zur Verfügung stellen.
1952 Beratung über den Ausbau der Annakapelle zur Krypta und zum Kriegerdenkmal (Bgm. Prodinger).
2 Projekte: a) Krypta b) Ergänzung des bestehenden Denkmales
Lankmayer Alois und Fellacher Sepp schlugen die Errichtung eines neuen Friedhofes vor, um die Zugänge zur Gruft ohne besondere Schwierigkeiten schaffen zu können. Auch die Bürgermeister von Mariapfarr, Görlach und St. Andrä sprachen sich dafür aus.
Einstimmiger Beschluß zur Errichtung der Gedenkstätte.
Lankmayer Alois 25 Jahre Geschäftsführer.
1953 Vermißtensuchaktion des Roten Kreuzes (Versammlung, Fragebögen).
20. September: Versammlung der Angehörigen von Gefallenen des Zweiten Weltkrieges.
Abstimmung über Kriegerdenkmal: 32 für Annengruft, 20 für die Ergänzung, 8 Enthaltungen.
1955 Rundschreiben vom 7. März 1955 (Bürgermeister Prodinger, Schröcker, Zehner und Gahr; Pfarrer Maier; Denkmalausschußobmann Klaushofer):
1. Das Denkmal des Ersten Weltkrieges wird tiefer gesetzt, erneuert und um die Gedenktafeln der Gefallenen und Ver¬mißten des Zweiten Weltkrieges (160) erweitert.
2. Die Annenkapelle wird als Krypta zur Kriegergedächtnisstätte ausgebaut.
17. und 18. September: Weihe der Kriegergedächtnisstätte Mariapfarr (Krypta) und
50jähriges Jubiläum der Kriegerfahne.
Programm für Samstag vormittag: Empfang auswärtiger Festgäste, Heldenehrung, Weihe der Krypta und des Kriegeraltares durch Weihbischof Dr. Johannes Filzen, Fackelzug und Höhenfeuer, Festversammlung und Kameradschaftsabend.
Sonntag: HL. Messe in der Krypta für alle Vermißten, Empfang auswärtiger Festgäste, Weihe des Kriegerdenkmales (Ergänzung) und Heldenehrung, Festzug, Feldmesse in der Ulnötz:
Festansprachen, Bänderverleihung, Defilierung vor der Fahne und den Ehrengästen auf dem Weiherplatz.
Nachmittag: Samsonumzug und kameradschaftliches Beisammensein in den Gaststätten mit Konzert der Musikkapellen.
Abend: Heldenmesse für alle Gefallenen in der Krypta.

Sepp SCHÖPP berichtet am 19. 9. an Alois LANKMAYER: "Bin gestern mit dem Weihbischof über einige Zwischenstationen gut in Salzburg gelandet. Ich darf der Kameradschaft MARIAPFARR und vor allem dem Festausschuß für die vorbildliche Gestaltung dieses Festes noch einmal herzlich danken."
1956 14. Oktober: In der Generalversammlung wird mitgeteilt, daß die zum neuerstandenen Bundesheer eingerückten Soldaten selbstverständlich als ordentliche Mitglieder aufgenommen werden.
1957 Die ersten Reservisten des Bundesheeres traten dem Kameradschaftsbund Mariapfarr bei.
1958 12. Oktober: In der Generalversammlung wurden der Obmann Josef SEITLINGER, sein Stellvertreter Michael LÜFTENEGGER und der Geschäftsführer Alois LANKMAYER bestätigt. Hauptmann war damals Balthasar ZALLER.
1959 Im Ausschuß gibt es eine Mißstimmung mit dem Geschäfts-führer. Ursache ist die Abhaltung des Balles (Santner/Örglwirt).
1962 Im Protokoll wird erstmals die Abhaltung eines Maskenballes erwähnt.
1963 9. Juni: Weihe des Kriegerdenkmales in ST. ANDRÄ.
1967 8. Oktober: Generalversammlung.
Der langjährige Obmann Josef SEITLINGER trat ab.
Neuer Obmann: Herbert BREITSCHÄDEL, PERNER in Bruckdorf; Stellvertreter: Josef HUTEGGER, Adolf LERCHNER, SEIFTER in ST. ANDRÄ. Geschäftsführer: Alois LANKMAYER, THOMALWIRT.
1968 8. Dezember: Außerordentliche Generalversammlung über die Aufstellung des Schützenzuges. Dieser muß Teil des Kameradschaftsbundes bleiben.
1978 Am 5. November stirbt Alois LANKMAYER, der durch 50 Jahre die Geschicke des Vereines als Geschäftsführer sehr wesentlich mitgestaltet hatte.
Die Geschäftsführung übernimmt Georg MACHEINER, DASLER in ALTHOFEN.
1984 Angelobung von 750 Jungmännern auf dem Sportplatz in MARIAPFARR am 4. Mai.
In der Nacht auf den 7. Juli überschütteten unbekannte Täter das Kriegerdenkmal mit blauem Kunstharzlack: Die Fa. ASCHBACHER aus MAUTERNDORF übernahm kostenlos die Reinigung und Wiederinstandsetzung.
1988 Renovierung (Trockenlegung) des Kriegerdenkmales.
1990 15. Juli: Weihe einer neuen Vereinsfahne (Fahnenmutter Gertrud BAYR). Mitgliederstand: 480
  Pichl, am 15. Juli 1990 Othmar PURKRABEK e. h.